Abstract
<jats:p>ZUSAMMENFASSUNG Die Forschergruppe um Tove Fall, Sergi Sayols-Baixeras und Gabriel Baldanzi an den Universitäten Uppsala und Lund hat im Rahmen der SCAPIS-Kohorte (Swedish CArdioPulmonary bioImage Study) ein bemerkens- wert produktives Forschungsprogramm zum Darmmikrobiom aufgebaut. Acht Publikationen in hochran- gigen Zeitschriften – von Circulation über Nature Medicine bis Nature Genetics – kartieren das Darmmik- robiom in seinen Beziehungen zu koronarer Atherosklerose, Blutdruck, Plasma-Metaboliten, körperlicher Aktivität, obstruktiver Schlafapnoe, Ernährung, Genetik und Antibiotika-Langzeiteffekten. Der vorliegende Kommentar würdigt diese Leistung und zeigt zugleich auf, dass das gesamte Studienprogramm ein zent- rales Kompartiment systematisch übersieht: die Mundhöhle. Aus der Perspektive der Systematik der NAM- Zahnheilkunde und des Oraliom-Konzepts legen wir dar, wie sich die Aussagekraft jeder einzelnen Studie erhöht, wenn die orale Dimension – Zahnstatus, parodontale Silent Inflammation, orale Translokation, Epi- thelintegrität, kollagenolytische Achse (MMP-8), lymphatische Mund-Darm-Verschränkung und anthropo- gene Oralartefakte – als Kovariate und als mechanistisches Bindeglied einbezogen wird.</jats:p>