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Abstract

<jats:p>Zusammenfassung Die Mundhöhle beherbergt eines der komplexesten mikrobiellen Ökosysteme des menschlichen Körpers mit über 700 identifizierten Bakterienspezies sowie diversen Pilzen, Viren, Archaea und Protozoen [1,2]. Dieses Review stellt erstmals das Konzept des „Oralioms“ vor als ein dynamisches Interaktionsnetzwerk zwischen der oralen mikrobiellen Gemeinschaft, dem Wirtsorganismus und anthropogenen dentalen Artefakten [3,4]. Im Gegensatz zum klassischen Mikrobiomkonzept integriert das Oraliom zahnmedizinische Restaurationsmaterialien, kieferorthopädische Apparaturen und Mundpflegeprodukte als aktive dritte Komponente, die wesentlich die Mikrobiom-Wirt- Kommunikation moduliert [4,5]. Zahnmedizinische Materialien können auslaugen, degradieren, korrodieren, manche erzeugen galvanische Mikroströme und setzen bioaktive Metallionen oder Substanzen frei, interagieren untereinander und verändern physiochemische Oberflächenparameter, wodurch selektive Dysbiosen mit 5–15facher Amplifikation pathogener Spezies induziert wird [5,6]. Diese materialgetriebene Mikrobiom-Störung propagiert über gestörte Toll-like-Rezeptor-Signaling, pathologische G-Protein-gekoppelte Rezeptor-Aktivierung und dysregulierte Zytokin-Netzwerke zu systemischen Pathologien wie unter anderem kardiovaskulärer Erkrankungen, metabolischer Dysfunktion und neurodegenerativ oder -psychiatrischer Störungen [7,8,9]. Das Oraliom-Konzept vereint aktuelle Erkenntnisse über molekulare Kommunikationswege, Rezeptordysregulation und therapeutische Interventionsmöglichkeiten dieser neuartigen Triade aus Mikrobiom, Wirt und Artefakten und etabliert damit eine konzeptuelle Basis für die Integration materialbewusster präzisionsmedizinischer Ansätze in der Zahnmedizin [6].</jats:p>

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Keywords

über mikrobiellen artefakten zahnmedizinische oder

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