Abstract
<jats:p>Im kriegs- und krisengeschüttelten 17. Jahrhundert verbreitete sich ein Bildmotiv in Europa – der Prozess um Jesus Christus aus den biblischen Passionsgeschichten. Als Bildmotiv wurde er in eine einzige Szene paralleler, kommunikativ ausgestalteter Rechtsfindungswege komprimiert, wobei auf antike sowie zeitgenössische Rechtssatzungen Bezug genommen wurde. Zunächst fand sich das Motiv vor allem auf kleinformatigen Kupferstichen. Diese übersetzten die meist unbekannten Künstler in großformatige und den Gemeindegliedern zugängliche Kirchenbilder – in Städten ebenso wie auf dem Land. In den Beiträgen des Tagungsbands werden erstmalig die Verbreitung des Bildmotivs sowie das Zusammenspiel der Bilder und Texte aus interdisziplinärer Perspektive untersucht. Es kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Kunst- und Rechtsgeschichte, der Geschichts- und Kulturwissenschaften ebenso wie der Restaurierung zu Wort.</jats:p>