Abstract
<jats:p>Die Studien stellen eingehende Lektüren einzelner Gedichte aus dem späten und spätesten Werk von Rilke dar. Es geht um die Gedichte Wie die Natur die Wesen überläßt, Die große Nacht, die Sonette I,13 und I,3 des Zyklus Die Sonette an Orpheus, das Fragment Was hat uns der Gott für ein Staunen geschenkt und das Sonett Wann war ein Mensch je so wach aus dem Umkreis des Orpheus-Zyklus. Die Lektüren versuchen der hohen gedanklichen und sprachlichen Komplexität der Gedichte Rilkes gerecht zu werden, indem die als bewegende Gründe dieser Lyrik zu verstehenden Motive Wagen, Staunen und Atmen als Achsen der poetischen Artikulation im Spannungsfeld von Intentionalität, Phänomenalität und Textualität ausgemacht und expliziert werden. Es gilt, Rilkes Modernitätsanspruch erneut zu prüfen, indem seine ambivalente Stellung zur Moderne an Reflexionen über sprachtheoretische und -praktische Impulse der Gedichte erarbeitet und nicht zuletzt die Frage nach der Aura (in) dieser Dichtung gestellt wird.</jats:p>