Abstract
<jats:p>Das Kapitel analysiert die akademischen Eliten der Weimarer Republik vor dem Hintergrund von Niederlage, Revolution, Versailler Vertrag und politischer Radikalisierung. Es zeigt, wie wilhelminische Mentalitäten in Justiz, Militär, Bürokratie und Hochschulen fortwirkten und wie „Dolchstoßlegende“, Kriegsschulddebatte und republikskeptische Deutungen das akademische Milieu prägten.</jats:p> <jats:p>Besonderes Gewicht liegt auf Antisemitismus, der Lage jüdischer Deutscher, Debatten um „Ostjuden“ sowie auf Inflation, Ressourcenmangel und internationaler Isolation der deutschen Wissenschaft. Das professorale „Mandarinentum“ erscheint als Träger elitärer Bildungsbegriffe, antidemokratischer Reflexe und nationaler Symbolpolitik; Wissenschaft wurde dabei zum Ersatzsymbol deutscher „Weltgeltung“.</jats:p>