Abstract
<jats:p>Berichte aus der Klima-, Biodiversitäts-, Energie- und Nachhaltigkeitsforschung, aber auch literarische Texte sowie Beiträge in Nachrichten und sozialen Medien zeigen: Wie mit der akuten Bedrohung unserer Lebensgrundlagen durch die globale Erwärmung, das Artensterben und die Zerstörung der Umwelt im Kontext einer auf Konsum, Wachstum und Ausbeutung setzenden Politik und Lebensweise umzugehen ist, darf als eine der drängendsten Herausforderungen der Gegenwart gelten. Dabei geht es vor allem für Kinder und Jugendliche um nichts weniger als um die Frage, wie sie in Zukunft leben werden (müssen). Vor dem Hintergrund dieser Ausgangslage thematisiert der vorliegende Band die Frage, wie „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) gewinnbringend mit dem Unterricht der sprachlichen Fächer verknüpft werden kann. Der Band ist interdisziplinär angelegt und versammelt sprach-, literatur-, kultur- und mediendidaktische Perspektiven aus der Anglistik und Amerikanistik, Germanistik und Romanistik. In ihrer Einleitung verbinden die Herausgeberinnen Dorothee Meer und Miriam Morek konzeptionelle Überlegungen zu BNE in den sprachlichen Fächern mit einem Überblick über die bildungspolitische Entwicklung des Konzepts BNE gerade auch mit Blick auf den möglichen Beitrag sprachlicher Fächer. Hieran anschließend finden sich zum einen programmatische und konzeptionelle Beiträge, die theoretische Modelle, fachspezifische und -übergreifende Denkrahmen und kritische Reflexionen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung in den sprachlichen Fächern anbieten: In einer interdisziplinären Zusammenschau liefern Bärbel Diehr, Britta Freitag-Hild und Carola Surkamp sowie Roman Bartosch Beiträge aus der Englischdidaktik; Christian Hoiß perspektiviert das Spannungsfeld um BNE aus Sicht der Deutschdidaktik und Judith Visser gibt Impulse aus der Spanischdidaktik. Zum anderen liefert der Band – exemplarisch anhand der Themen Fast Fashion und Klimawandel und aus der Perspektive der Deutschdidaktik – Konkretisierungen dazu, wie BNE für bestimmte Domänen sprachlichen und medialen Lernens realisiert werden kann. Hier kommen im Beitrag von Eva Bordin und Mareike Fuhlrott Überlegungen zur Adressierung sprachlicher Herausforderungen von BNE im Kontext des Lesens und Schreibens in den Blick, während Felix Böhm in seinem Beitrag empraktisches und sprachliches Handeln im Zusammenhang mit analogen Brettspielen genauer betrachtet. Zusammengenommen verdeutlichen die Beiträge des Bandes, wie das sprachliche, literarische, kulturelle und mediale Lernen produktiv für Themen und Kompetenzziele einer Bildung für nachhaltige Entwicklung aufgeschlossen werden kann, und machen gleichzeitig anschaulich, dass das (didaktische) Nachdenken über Nachhaltigkeit nicht ohne die Berücksichtigung von Sprache, Texten und Diskursen auskommen kann.</jats:p>