Abstract
<jats:p>Wie bildeten sich nationalistische Milieus in der Bonner Republik und welche Veränderungen durchliefen sie? Der Rechtsradikalismus formierte sich in der Bundesrepublik nicht nur über Parteien, sondern auch über nationalistische Milieus mit geteilten Lebenswelten und Netzwerken. Diese zeichnen sich durch ein kommunikatives Handeln aus, das rechtsradikale Vorstellungen und Praktiken festigte, etwa durch gesellige Ausflüge, Aktionen von Jugendverbänden oder Treffen in bestimmten Räumen. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes spüren der Lebenswelt nach, in der Rechtsradikale agierten und ihre Netzwerke ausbauten. Sichtbar wird, wie sich ihr Auftreten nach dem Nationalsozialismus veränderte und sie sich an den Gesellschaftswandel anpassten. Damit wird zugleich deutlich, wie sich Weltanschauung, Organisationen und Parteien der extremen Rechten veränderten, ebenso ihre sozialen Praktiken, Aktionsformen und Gewalthandlungen. Aus dem Inhalt: Darius Muschiol: Die Lebenswelt von Rechtsterroristen Jakob Saß: Die Bundeswehr und die Ausbildung des Rechtsterrorismus in den 1970er Jahren Karsten Wilke: Das Verbot der Aktionsgemeinschaft Nationale Sozialisten / Nationale Aktivisten (ANS/NA) Niklas Krawinkel: Erziehung, Lebenswelt und Bevölkerungspolitik in der Wiking-Jugend Dominik Rigoll: Nationalistische Milieupolitiken in der Bonner Republik am Beispiel von Werner Naumann und Paul Dickopf Annette Schlimm: Die Rechte auf dem Land Eric Angermann: Rechte Milieubildung und neonazistische Organisierung nach dem Mauerfall am Beispiel Cottbus</jats:p>