Abstract
<p>Das seismologische Stationsnetz in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bestand im Jahr 2025 aus 17 seismologischen Stationen sowie weiteren 25 Stationen in lokalen Netzen und Testinstallationen. Drei solcher Teststationen wurden 2025 auf Sylt, dem Darß und der Greifswalder Oie eingerichtet. Besonders hervorzuben ist die erstmalige Einrichtung eines kabelgebundenen Ozeanbodenseismometers mit Echtzeitdatenübertragung an der Darßer Schwelle. Der seismische Ereigniskatalog 2025 für SH und MV umfasst 691 manuell ausgewertete Ereignisse. Ein Erdbeben im Arkonabecken nördlich von Rügen mit Magnitude 1.9 wurde zuverlässig detektiert. Neben tektonischen Ereignissen im Bereich der Tornquist Zone, der zentralen Nordsee und den Gasfördergebieten in Niedersachsen und den Niederlanden, enthält der Katalog vor allem Sprengereignisse in Südschweden sowie im Norden Sachsen-Anhalts. In SH und MV sind Explosionsereignisse Sprengversuchen der Bundeswehr bzw. Kampfmittelvernichtungen dem Kampfmittelräumdienst SH bzw. dem Munitionsbergungsdienst MV zuzuordnen. In MV zeigten die Sprengungen, dass das Stationsnetz im Landesinneren von MV weiter verdichtet werden sollte. Für die deutsche Nord- und Ostsee wurden verschiedene Erdbebenkataloge zusammengetragen, Inkonsistenzen zwischen den Katalogen manuell revidiert und Ereignisse teilweise relokalisiert. Der harmonisierte Katalog dient zukünftig als Grundlage für die Bewertung der Seismizität in SH und MV. Die Revision zeigte auch, dass sich Inkonsistenzen der Kataloge seit Beginn der Kooperation zwischen CAU Kiel und den Geologischen Diensten SH & MV und dem Ausbau des Stationsnetzes deutlich reduziert haben.</p>