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Abstract

<jats:p>Während die Existenz von organisierter sexualisierter und ritueller Gewalt in Deutschland für viele Menschen unvorstellbar ist, prägt sie den Alltag betroffener Kinder fundamental. Eine Besonderheit dieser Gewaltform ist, dass die Gewalt in zutiefst antidemokratische Weltanschauungen eingebettet wird, die von neogermanischen und anderen völkischen Weltsichten über Abwandlungen von christlichen Religionen und Satanismus bis hin zu esoterischen Vorstellungen reichen. Tabea Koepp rekonstruiert anhand von Interviews mit Überlebenden und Fachkräften die Lebenswelt der betroffenen Kinder, für die das Erleiden von Gewalt nicht außergewöhnlich, sondern ein regelhafter und normalisierter Bestandteil ihres Alltags ist. Die Studie zeigt, dass weltanschaulich eingebettete sexualisierte Gewalt kein Ausnahmephänomen ist, sondern eine spezifische Gewaltform, die von gruppenförmig organisierten Täter*innen ausgeübt wird, die meist gut in die Gesellschaft integriert sind und nach außen ein überwiegend unauffälliges Leben führen. Dies ist die erste große soziologische Studie zu diesem Thema in Deutschland, die zudem die Perspektive der Gewalterleidenden in den Fokus rückt und damit die soziologische Gewaltforschung um eine zentrale theoretische Perspektive erweitert.</jats:p>

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Keywords

gewalt eine deutschland kinder gewaltform

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