Abstract
<jats:title>Zusammenfassung</jats:title> <jats:p>Trotz minimalinvasiver Techniken bleibt chronischer Schmerz nach Thoraxchirurgie, oft bezeichnet als Postthorakoskopie-/Postthorakotomie-Schmerzsyndrom (PTPS), ein relevantes klinisches Problem.</jats:p> <jats:p>Diese narrative Übersichtsarbeit fasst aktuelle Erkenntnisse zur Epidemiologie, Pathophysiologie, Prävention und Therapie chronischer postoperativer Schmerzen (CPSP) nach thoraxchirurgischen Eingriffen zusammen. Der Schwerpunkt liegt auf Analgesiestrategien im Kontext von Frühmobilisation und Fast-Track-Konzepten.</jats:p> <jats:p>Akuter postoperativer Schmerz ist der wichtigste Prädiktor für Schmerzchronifizierung. Multimodale Analgesie mit Paracetamol, NSAID/COX-2-Inhibitoren und opioidsparendem Einsatz ergänzender Substanzen bildet die Basis. Bei Thorakotomien bieten thorakale Epiduralanalgesie (TEA) und Paravertebralblockade die zuverlässigsten Ergebnisse. Für Thorakoskopien sind Single-Shot-Verfahren in Kombination mit multimodaler Analgesie oft ausreichend; Katheterverfahren sind bei Risikopatienten oder größeren Eingriffen vorteilhaft. Alternative Optionen wie chirurgisch eingelegte Interkostalkatheter können eine pragmatische Ergänzung darstellen.</jats:p> <jats:p>Die Prävention chronischer Schmerzen nach Thoraxchirurgie gelingt vor allem durch suffiziente Akutschmerztherapie. Kontinuierliche Regionalverfahren sind entscheidend für Frühmobilisation und Fast-Track-Protokolle, während bei etabliertem PTPS/CPSP ein multimodales, interdisziplinäres Vorgehen erforderlich ist.</jats:p>