Abstract
<jats:title>Zusammenfassung</jats:title> <jats:p>Das Vorliegen psychischer Komorbiditäten bei Krebserkrankungen ist häufig und mit einer zusätzlichen Beeinträchtigung der beruflichen Teilhabe assoziiert. Die Längsschnittanalyse untersucht, welchen Einfluss eine psychische Komorbidität auf die berufliche Teilhabe von Frauen mit Brustkrebs nach einer medizinischen Rehabilitation hat.</jats:p> <jats:p>Datengrundlage war der Scientific Use File „SUFRSDLV20B“ der Deutschen Rentenversicherung. Eingeschlossen wurden Frauen mit Brustkrebs, die 2017 erstmals eine stationäre Anschlussrehabilitation abgeschlossen hatten. Merkmale von Patientinnen mit und ohne psychische Diagnose bei Rehabilitation sowie ihre Erwerbsverläufe nach zwei Jahren wurden deskriptiv dargestellt. Multiple logistische Regressionen prüften den Zusammenhang zwischen psychischer Komorbidität und stabiler Beschäftigung sowie dem Bezug einer Erwerbsminderungsrente (EMR).</jats:p> <jats:p>Daten wurden von 2.310 Patientinnen analysiert, davon 478 (21%) mit psychischer Komorbidität. Frauen mit psychischer Diagnose waren vor der Rehabilitation häufiger nicht erwerbstätig (11 vs. 8%) und erhielten nach Rehabilitation deutlich häufiger Kranken- und Arbeitslosengeld. Eine psychische Komorbidität war mit einer geringeren Chance auf stabile Beschäftigung (OR=0,7; 95%-KI 0,5 bis 0,9; p=0,010) und höheren Chance des EMR-Bezugs (OR=1,9; 95%-KI 1,2 bis 3,1; p=0,008) zwei Jahre nach der Rehabilitation assoziiert. Der stärkste Zusammenhang wurde für die Depression beobachtet.</jats:p> <jats:p>Frauen mit Brustkrebs und psychischer Komorbidität zeigen eine eingeschränkte berufliche Teilhabe zwei Jahre nach der Rehabilitation. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit der frühzeitigen Erkennung psychischer Komorbiditäten sowie psychoonkologischer und berufsorientierter Maßnahmen.</jats:p>