Abstract
<jats:title>Zusammenfassung</jats:title> <jats:p>Menschen mit Behinderung stoßen in Krankenhäusern auf vielfältige Barrieren, etwa in Form von unzureichender Beschilderung, fehlenden barrierefreien Zugängen und mangelnden Kommunikationshilfen. Trotz gesetzlicher Vorgaben zum Abbau von Barrieren im Gesundheitswesen fehlen strukturierte Informationen zur Barrierefreiheit in deutschen Krankenhäusern.</jats:p> <jats:p>Die vorliegende Studie zielt darauf ab, diese Lücken zu schließen und einen Überblick über die Barrierefreiheit in Krankenhäusern in Deutschland zu geben. Es wurde eine Sekundärdatenanalyse der verpflichtenden Qualitätsberichte 2019 von 2242 Krankenhäusern in Deutschland durchgeführt und 40 Selbstangaben zur Barrierefreiheit aus acht Bereichen mittels deskriptiver Statistik analysiert.</jats:p> <jats:p>Nach den Qualitätsberichten erfüllen die Krankenhäuser im Durchschnitt 17,2 von 40 abgefragten Kriterien zur Barrierefreiheit. Dabei werden Maßnahmen für Sinnes- und geistige Behinderungen seltener vorgehalten als für körperliche Beeinträchtigungen. Viele Krankenhäuser sind weder barrierefrei zugänglich noch bieten sie barrierefreie Kommunikationssysteme an.</jats:p> <jats:p>Die selbstberichtete Barrierefreiheit in deutschen Krankenhäusern steht im Widerspruch zu modernen Standards für eine patientenorientierte Gesundheitsversorgung. Es besteht Entwicklungspotenzial. Weiterer Forschungsbedarf besteht zu Gesundheitseffekten der Barrierefreiheit in Krankenhäusern.</jats:p>