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Abstract

<jats:title>Zusammenfassung</jats:title> <jats:sec> <jats:title>Hintergrund</jats:title> <jats:p>Chronisch rheumatische Erkrankungen sind mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen assoziiert, die signifikant zu einer erhöhten Morbidität und Mortalität beitragen. Obwohl internationale Empfehlungen bereits existieren, fehlen konkrete Handlungsanleitungen für die klinische Praxis, auch aufgrund heterogener Evidenz und noch nicht vollständig geklärter Pathomechanismen der kardiovaskulären Ereignisse.</jats:p> </jats:sec> <jats:sec> <jats:title>Ziel</jats:title> <jats:p>Das Ziel war die Erstellung eines Expertenkonsensus, um praxisnahe Empfehlungen zur Prävention, Screening und zum Management des erhöhten kardiovaskulären Risikos bei rheumatoider Arthritis, Psoriasisarthritis und Spondyloarthritis zu formulieren.</jats:p> </jats:sec> <jats:sec> <jats:title>Methoden</jats:title> <jats:p>Zwischen 2023 und 2025 arbeiteten 21 Expert*innen aus verschiedenen Fachrichtungen (Rheumatologie, Kardiologie, Radiologie, Nephrologie, Endokrinologie) im Rahmen des Arbeitskreises „Rheuma und Herz“ der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation. Ein strukturierter Workflow wurde in mehreren Meetings entwickelt und ein Delphi-Prozess gestartet. Fünfzig Statements wurden auf einer Likert-Skala (10 Punkte) zur Abstimmung gebracht; schließlich haben nach einer Überarbeitung alle Statements eine Zustimmung von &gt; 90 % erreicht. Nach Abschluss des Prozesses wurde der Workflow in ein Konsensuspapier überführt.</jats:p> </jats:sec> <jats:sec> <jats:title>Ergebnisse</jats:title> <jats:p>Das Gremium schlägt ein dreiphasiges Modell der kardiovaskulären Versorgung vor. Phase 1 (Erstdiagnose einer rheumatischen Erkrankung) legt den Schwerpunkt auf das rasche Erreichen einer Remission, die Berücksichtigung kardiovaskulärer Effekte antirheumatischer Therapien sowie eine frühzeitige Lebensstilberatung. Die kardiovaskulären Profile antirheumatischer Medikamente werden in einer Heat-Map zusammengefasst. Phase 2 (rheumatische Erkrankung mit niedriger Krankheitsaktivität oder in Remission) konzentriert sich auf ein systematisches kardiovaskuläres Risikoscreening ab einem Alter von ≥ 40 Jahren unter Verwendung von SCORE2 oder SCORE2-OP mit einem krankheitsspezifischen Multiplikationsfaktor von 1,5 für RA, PsA und bei radiographischer axialer SpA. Die Patientinnen und Patienten werden gemäß den von der ESC definierten Risikokategorien stratifiziert, mit definierten Upgrade-Kriterien. Phase 3 (erweiterte Diagnostik und Primärprävention) verknüpft die Risikokategorien mit LDL-Cholesterin-Zielwerten sowie einer angepassten Diagnostik mit dem Ziel der frühzeitigen Erkennung von Atherosklerose, Arrhythmien und Herzinsuffizienz. Bei niedrigem Atheroskleroserisiko sollte eine Blutdruckmessung erfolgen, bei moderatem Risiko zusätzlich eine Karotissonographie und bei hohem oder sehr hohem Risiko zusätzlich ein EKG. Zum Screening auf Herzinsuffizienz wird eine liberale Bestimmung von NT-proBNP empfohlen; bei erhöhten Werten oder spezifischen Fragestellungen sollte eine gezielte Echokardiographie durchgeführt werden. Ein opportunistisches Screening mittels Pulspalpation wird ebenfalls für Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko für Vorhofflimmern empfohlen. Das EKG oder elektronische Devices können Hinweise auf Arrhythmien und Erregungsleitungsstörungen liefern.</jats:p> </jats:sec> <jats:sec> <jats:title>Fazit</jats:title> <jats:p>Dieser Konsensus bietet einen strukturierten, krankheitsspezifisch angepassten und pragmatischen Ansatz für das Management des kardiovaskulären Risikos bei RA, PsA und SpA. Durch die Integration der Kontrolle der Grunderkrankung, der Risikostratifizierung und einer maßgeschneiderten Diagnostik zielt er darauf ab, die frühzeitige Erkennung und Prävention kardiovaskulärer Komorbiditäten in der rheumatologischen Praxis zu verbessern.</jats:p> </jats:sec>

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Keywords

einer für eine kardiovaskulären oder

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