Abstract
<jats:p>Die Plankton‐Gemeinschaften 1. Ordnung sind geprägt durch indirekte Interaktionen in Gilden von Arten mit gleichartiger Lebensweise, die um Ressourcen konkurrieren und ein breites Spektrum von kontrastierenden ökologischen Nischen gebildet haben. Für die Gruppe der Protisten wird die traditionelle Aufteilung in Phytoplanktongruppen und heterotrophe Protozoen gegenübergestellt der polyphyletischen Gruppierung der Phytoplankter, die sehr unterschiedlichen taxonomischen Einheiten angehören, in denen auto‐ und heterotrophe Formen oft taxonomisch nahe verwandt sind. Besondere Aufmerksamkeit wird gerichtet auf die verschiedenen Formen der Mixotrophie unter den Protistengruppen, die als Phytoplankter mixo‐phagotroph, als Protozoen mixo‐autotroph auftreten und in nährstoffarmen und insbesondere in Braunwasserseen dominant werden können. Die taxonomischen Gruppen des Zooplanktons, Flagellaten, Ciliaten, Rotatorien, Cladoceren und Copepoden, und deren unterschiedliche ökologische Nischen werden verglichen. Die Ergebnisse aus Tieflandseen, montanen Seen unterhalb und Gebirgsseen oberhalb der Waldgrenze in verschiedenen Regionen und Klimazonen werden gegenübergestellt. Die funktionellen Gruppen als Bakterivore, Herbivore, Karnivore, Omnivore einerseits, Filtrierer und raptorische Greifer andererseits, ihre Ressourcenansprüche und die Beziehungen zur Trophie der Gewässer werden an Beispielen beschrieben. Für die Filtrierer wird die Mono‐ und Bifunktionalität der verschiedenen Filterapparate dargestellt an der Morphologie, der Energetik, der Art der Futterpartikel, deren optimalen Größen und den Grenzkonzentrationen zum Erhalt der Populationen. Die saisonalen oder im Verlauf von Eutrophierung oder Re‐Oligotrophierung kurz‐ und langzeitlich auftretenden Sukzessionen werden anhand von typischen Phyto‐ und Zooplankton‐Assoziationen und von Arten‐Clustern gezeigt und die Ursachenbeziehungen diskutiert.</jats:p>